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Vitamin D: Alles was Sie wissen sollten

  • Autorenbild: Cyrill Rasmussen
    Cyrill Rasmussen
  • vor 5 Tagen
  • 10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

In unserer Praxis ist das Thema Vitamin D nahezu täglich präsent. Auch wenn wir auf Physiotherapie, Osteopathie und Personal Training spezialisiert sind, verstehen wir Gesundheit im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes. Dazu gehören neben Bewegung und Training auch Mikronährstoffe – und insbesondere Vitamin D. Aus diesem Grund wird der Vitamin-D-Status bei uns häufig thematisiert und bei Bedarf zur weiteren Abklärung an den behandelnden Arzt verwiesen.


Studien zeigen, dass eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung in Deutschland  verbreitet ist. Daten des Robert-Koch-Instituts weisen darauf hin, dass ein erheblicher  Teil der Bevölkerung unterhalb der häufig empfohlenen Grenzwerte liegt. Gleichzeitig  herrscht Unsicherheit darüber, wie dieser Status optimal beeinflusst werden kann: durch  Sonnenexposition oder durch Supplementation?


Aufgrund der großen physiologischen Bedeutung dieses „Vitamins“ möchten wir in  diesem Artikel wissenschaftlich fundiert erläutern, wie Vitamin D gebildet wird, welche  Faktoren die körpereigene Produktion beeinflussen, welche Rolle es in unserem Körper  spielt und wann eine Supplementierung sinnvoll sein kann.


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Was ist Vitamin D? 

Vitamin D ist als fettlösliches Vitamin bekannt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein  Prohormon, das überwiegend in der Haut durch den Kontakt mit Sonnenstrahlung  gebildet wird und zusätzlich über die Nahrung aufgenommen werden kann.


Wie entsteht Vitamin D durch Sonnenlicht? 

Die Bildung von Vitamin D wird durch UVB-Strahlung des Sonnenlichts ausgelöst. Dabei  entsteht in der Haut Vitamin D₃ (Cholecalciferol). Genau diese Form können wir auch als  Präparat in der Apotheke erwerben und supplementieren.


In der Leber wird Vitamin D₃ zu 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) umgewandelt. Dieser  Wert wird im Blut gemessen, um den Vitamin-D-Status zu bestimmen. Anschließend  erfolgt in den Nieren die weitere Umwandlung zu 1,25-Dihydroxyvitamin D (Calcitriol), der  biologisch aktiven Form, die im Körper ihre Wirkung entfaltet. 


Damit dieser Prozess funktioniert, ist eine ausreichende Sonnenexposition erforderlich.  Dafür sollte möglichst viel Haut unbedeckt sein – also wenig Kleidung getragen und auf  Sonnencreme verzichtet werden, da diese die UVB-Strahlung weitgehend blockiert und  damit die Vitamin-D-Bildung deutlich reduziert. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass  man sich übermäßig lange der Sonne aussetzen sollte. Wie so oft gilt auch hier: Die Dosis  macht das Gift.


Nach den UV-Modellen von Webb und Engelsen kann unter optimalen Bedingungen  bereits eine Sonnenexposition von etwa 15–25 Minuten ausreichen. Doch was bedeutet  „optimal“ in diesem Zusammenhang? 


Neben dem bereits erwähnten Verzicht auf Sonnencreme und möglichst freier  Hautfläche geht das Modell von etwa 20–25 % unbedeckter Körperoberfläche aus – also  Gesicht, Arme und gegebenenfalls Unterschenkel, sprich in typischer  Sommerbekleidung. Bei Hauttyp II, dem in Mitteleuropa am häufigsten vorkommenden  Hauttyp, können so innerhalb von etwa 10–15 Minuten schätzungsweise 1.000–2.000  Internationale Einheiten (IE) Vitamin D gebildet werden. Bei nahezu vollständiger  Ganzkörperexposition sind unter sommerlichen Bedingungen sogar Mengen im Bereich  von 10.000–20.000 IE möglich – bis zur Schwelle einer leichten Hautrötung (1 MED,  Minimal Erythema Dose). Ab diesem Punkt wird die weitere Vitamin-D-Produktion  begrenzt, da die Haut eine photochemische Sättigung erreicht.


Dieses Modell hängt außerdem von unseren Breitengraden ab, dabei spielt vor allem der  Sonnenstand eine entscheidende Rolle. Nur wenn die Sonne ausreichend hoch steht  (etwa über 42°), ist genügend UVB-Strahlung vorhanden. Das ist meist um die Mittagszeit  der Fall. Eine bekannte Faustregel lautet: Ist der eigene Schatten länger als man selbst,  wird kaum Vitamin D gebildet – ist er kürzer, ist die UVB-Strahlung ausreichend.


Für Deutschland betrifft dies vor allem die Monate von April bis September. Zwischen  Oktober und März steht die Sonne meist zu tief, sodass praktisch keine nennenswerte  Vitamin-D-Synthese stattfindet. Eine anschauliche Darstellung des jahreszeitlichen  Einflusses des Sonnenstandes bietet der sogenannte „Sunshine Calendar“ von  GrassrootsHealth.


Auch der Hauttyp beeinflusst die Synthese. Je höher der Melaningehalt der Haut, desto  stärker wird UVB-Strahlung absorbiert und desto geringer fällt die Vitamin-D-Produktion  aus. Vereinfacht gesagt: Dunklere Haut benötigt eine längere Sonnenexposition, um die  gleiche Menge Vitamin D zu bilden wie hellere Haut. 


Sunshine Calender von GrassrootHealth
„Sunshine Calendar“ von GrassrootsHealth

Wie häufig ist ein Mangel in Deutschland wirklich?

Um die Häufigkeit eines Vitamin-D-Mangels in Deutschland zu beurteilen, muss  zunächst geklärt werden, was überhaupt als „ausreichender“ Vitamin-D-Spiegel gilt. 


Nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), dem Robert Koch-Institut sowie  dem Bundesinstitut für Risikobewertung liegt ein Mangel bei Serum-25(OH)D-Werten  unter 30 nmol/L (12 ng/ml) vor. Werte ≥ 50 nmol/L (20 ng/ml) gelten als ausreichend. Ein  „optimaler“ Zielbereich wird dabei nicht definiert. Da im Labor sowohl nmol/L als auch ng/ml angegeben werden, kommt es häufig zu  Verwirrung. Doch eigentlich ist es ganz einfach: 1 ng/ml entspricht 2,5 nmol/L. Im  Folgenden wird ausschließlich die Einheit ng/ml verwendet. 


In den USA bewertet die National Academy of Medicine (NAM) die Vitamin-D-Spiegel wie  folgt: < 12 ng/ml gelten als Mangelrisiko, 12–20 ng/ml als möglicherweise unzureichend  und ≥ 20 ng/ml als ausreichend für 97,5 % der Bevölkerung. Auch hier wird kein optimaler  Bereich definiert. Demgegenüber klassifiziert die Endocrine Society Vitamin-D-Spiegel  unter 20 ng/ml als Mangel und Werte zwischen 21–29 ng/ml als Insuffizienz. Erst Werte ≥  30 ng/ml werden als ausreichend beziehungsweise optimal angesehen. Ähnlich  positioniert sich die American Association of Clinical Endocrinology. Diese Definitionen  unterscheiden sich teilweise deutlich, geben jedoch zunächst einen orientierenden  Rahmen vor.


Wie häufig ist nun ein Mangel in Deutschland tatsächlich? 

Die repräsentative DEGS1-Studie des Robert Koch-Instituts zeigt, dass 16,1 % der  erwachsenen Bevölkerung Serumwerte unter 12 ng/ml aufweisen. 61 % liegen unter 20  ng/ml. 


Das bedeutet nach DGE-Kriterien sind rund 16 % der Erwachsenen mangelhaft versorgt,  nach NAM-Kriterien liegen bei 61 % eine möglicherweise unzureichende Versorgung vor und nach Kriterien der Endocrine Society wären diese 61 % unterhalb der 20 ng/ml und  damit im Mangel. 


Was wäre ein „natürlicher“ Vitamin-D-Spiegel? 

In einer Studie an traditionell lebenden ostafrikanischen Bevölkerungsgruppen – darunter  Hadza und Massai – wurden unter natürlichen Lebensbedingungen durchschnittliche  Serum-25(OH)-Vitamin-D-Spiegel von etwa 40–50 ng/ml gemessen. Die untersuchten  Gruppen lebten überwiegend im Freien, mit hoher täglicher Sonnenexposition, geringer Bekleidung, niedriger Adipositasrate (Übergewicht) und ohne moderne Innenraum- und  Arbeitsbedingungen. 


Diese Werte liegen deutlich oberhalb der in Deutschland häufig gemessenen  Durchschnittswerte. Nach DGE- und NAM-Kriterien (≥ 20 ng/ml ausreichend) wären diese  Populationen mehr als ausreichend versorgt. Auch nach den Kriterien der Endocrine  Society (≥ 30 ng/ml suffizient) befänden sie sich im optimalen Bereich. Diese Werte liegen deutlich oberhalb der in Deutschland häufig gemessenen  Durchschnittswerte. Nach DGE- und NAM-Kriterien (≥ 20 ng/ml ausreichend) wären diese  Populationen mehr als ausreichend versorgt. Auch nach den Kriterien der Endocrine  Society (≥ 30 ng/ml suffizient) befänden sie sich im optimalen Bereich. 


Das wirft eine grundlegende Frage auf: Wie hoch wäre unser Vitamin-D-Spiegel unter  natürlichen Lebensbedingungen – mit täglicher, regelmäßiger Sonnenexposition  zwischen April und September und deutlich weniger Zeit in Innenräumen? 


Ein direkter Vergleich mit Naturvölker-Studien ist jedoch nicht möglich, da Hauttyp,  Stoffwechsel, geografische Lage und Umweltbedingungen erheblich variieren. Klar ist  jedoch, dass wir heute unter weitgehend künstlich geschaffenen Lebensbedingungen  leben: Innenräume, Kleidung, Sonnenschutz, höherer BMI und reduzierte körperliche  Aktivität verändern die natürlichen Rahmenbedingungen deutlich. Während sich  Umwelt- und Lebensbedingungen innerhalb weniger Generationen grundlegend  gewandelt haben, basiert unsere genetische Ausstattung weiterhin auf evolutionären  Anpassungen an ein Leben mit regelmäßiger Sonnenexposition im Freien. 


Sonnenexposition vs. Supplementierung 

Unsere heutige Lebensweise – viel Zeit in Innenräumen, Kleidung, Sonnenschutz und  begrenzte natürliche UVB-Exposition – wirft die Frage auf, ob Sonnenlicht allein  ausreicht, um genug Vitamin D zu bilden. Theoretisch ist dies zwischen April und  September möglich, wenn wir die Gelegenheit haben, uns täglich unter optimalen  Bedingungen der Sonne auszusetzen. Zwischen Oktober und März ist die körpereigene  Produktion hingegen meist unzureichend. Können wir stattdessen in den Wintermonaten  über die Nahrung genügend Vitamin D aufnehmen?


Wenn wir ausreichend und ausgewogen essen, ist das theoretisch möglich. Besonders  reich an Vitamin D ist fettreicher Fisch. Am Beispiel von Lachs müssten  etwa 100–200 g pro Tag verzehrt werden, um den empfohlenen Tagesbedarf zu decken. Bei regelmäßigem  Verzehr sollte man allerdings auf mögliche Belastungen wie Quecksilber oder andere  Umweltfaktoren achten. 


Praktisch zeigt die Nationale Verzehrstudie II jedoch, dass die Ernährung der Bevölkerung  nur geringe Mengen an Vitamin D liefert. In Kombination mit eingeschränkter  Sonnenexposition führt dies besonders in unseren Breitengraden während der  Wintermonate häufig zu einem Mangel. Nach der DEGS1-Studie liegen viele Erwachsene  im Vergleich zu internationalen Referenzwerten unterhalb der empfohlenen Spiegel.


Wer einen Blick auf Haustiernahrung wirft, erkennt, dass hier bereits Vitamin D und  andere Nährstoffe zugesetzt werden – was unserem besten Freund guttut, schadet uns  wahrscheinlich auch nicht. Ähnlich werden in einigen Ländern wie den USA oder  skandinavischen Regionen Lebensmittel mit Vitamin D angereichert, um die Versorgung  der Bevölkerung zu verbessern. In Deutschland wird Vitamin D oft in den Wintermonaten  zusätzlich in Form von Tropfen oder Kapseln verschrieben. 


Welche Rolle spielt Vitamin D im Körper?

Den meisten ist wahrscheinlich geläufig, dass Vitamin D die Stimmung verbessert, das  Immunsystem stärken und für gesunde Knochen sorgen kann – und ja, genau das wird  auch von der Wissenschaft bestätigt. Doch an welchen Stellen im Körper wirkt Vitamin D  noch? Einen guten Überblick über die vielfältigen Wirkungen erhalten wir, wenn wir uns  anschauen, wo im Körper die Vitamin-D-Rezeptoren (VDR) lokalisiert sind. 


VDRs sind fast in allen Geweben nachgewiesen – nicht nur in Knochen und  Immunsystem, sondern auch im Darm, Gehirn, Herz, in der Skelettmuskulatur, Nieren,  Leber, Lunge, Pankreas und der Haut. Wo Rezeptoren vorhanden sind, kann Vitamin D  wirken. Auch ohne auf jede Funktion in jedem einzelnen Gewebe einzugehen, wird damit  deutlich, wie zentral Vitamin D für unseren Körper ist.


Welche Rolle spielt Vitamin D konkret im Knochenstoffwechsel und bei  Osteoporose? 


Schauen wir genauer auf die Knochen, da hier die Studienlage am besten belegt ist und  Osteoporose in unserer Praxis ein häufiges Thema darstellt. 


Osteoporose beschreibt einen gestörten Umbau der Knochensubstanz, der zu einer  Abnahme der Knochendichte führt. Genau hier spielt Vitamin D in seiner aktiven Form  1,25(OH)₂D (Calcitriol) eine zentrale Rolle: Es fördert die Aufnahme von Calcium und  Phosphat im Darm, unterstützt die Mineralisation der Knochen durch die Stimulation der  Osteoblasten (Bauen Knochen auf) und reguliert den Parathormonspiegel. Ein erhöhter  PTH-Spiegel aktiviert die Osteoklasten, die Knochen abbauen, während Vitamin D  diesem Effekt entgegenwirkt.


Um besser zu verstehen, welcher Vitamin-D-Spiegel für eine gesunde Knochenstruktur  notwendig ist, wurde in einer Studie von 2011 (Domarus et al.) die mikroskopische  Knochenstruktur bei verschiedenen Vitamin-D-Spiegeln untersucht. Die Untersuchung  zeigte, dass Menschen mit Vitamin-D-Spiegeln unter 30 ng/ml auf mikroskopischer  Ebene weniger dichte Knochen und mehr unmineralisiertes Knochenmaterial (Osteoid)  hatten als Personen mit Spiegeln über 30 ng/ml.


Neuere Meta-Analysen zeigen hingegen, dass ein erhöhter Vitamin-D-Spiegel bei  überwiegend ausreichend versorgten Populationen keinen signifikanten Einfluss auf das  Frakturrisiko hat. Der Unterschied liegt darin, dass die Studie von 2011 mikroskopische  Veränderungen untersuchte, während die Meta-Analysen die klinische Frakturrate als  Endpunkt nutzten. 


Nach der Studie von 2011 lässt sich sagen, dass Vitamin D die Knochendichte  beeinflusst. Für Risikopatienten, insbesondere bei Mangelzuständen, kann ein optimaler  Spiegel zur Unterstützung der Knochenmineralisierung wichtig sein.


Fazit

Vitamin D spielt eine zentrale Rolle für zahlreiche Körperfunktionen, vor allem dort, wo  Vitamin-D-Rezeptoren (VDR) im Körper vorhanden sind. Eine besonders effektive Quelle  ist die körpereigene Bildung durch Sonnenlicht. In Mitteleuropa hängt diese jedoch von  Faktoren wie Jahreszeit, Breitengrad, Sonnenstand, Hauttyp, Kleidung und Dauer der  Exposition ab. Zwischen Oktober und März reicht die körpereigene Synthese häufig nicht  aus, sodass in diesen Monaten eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein kann. Auch  in den Sommermonaten kann eine Ergänzung erforderlich sein, wenn die  Sonnenexposition begrenzt ist.


Die Häufigkeit eines Vitamin-D-Mangels hängt von der Definition ab: Nach der DEGS1- Studie liegen 16,1 % der Erwachsenen unter 12 ng/ml, 61 % unter 20 ng/ml.  Naturvölkerstudien zeigen, dass unter kontinuierlicher Sonnenexposition deutlich  höhere Spiegel physiologisch möglich sind. Unsere heutige Lebensweise – Innenräume,  Kleidung, Sonnenschutz, höherer BMI, reduzierte Aktivität – erklärt, warum die Spiegel  unter modernen Bedingungen oft niedriger sind. 


Vitamin-D-Spiegel lassen sich durch gezielte Sonnenexposition, Ernährung oder  Supplementierung verbessern. Die individuell optimale Strategie hängt von Lebensstil,  Hauttyp und gemessenen Blutwerten ab. Pauschale „Einheitsdosen“ sind nicht  evidenzbasiert. Insgesamt zeigt die Evidenz: Vitamin D ist für die Gesundheit wichtig, die  körpereigene Synthese durch Sonne oft begrenzt, und eine individuelle Betrachtung ist  sinnvoll.


FAQ

Was ist Vitamin D?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, welches einerseits vom Körper selbst, durch den  Kontakt mit der Sonne produziert wird, und anderseits durch Nahrungsaufnahme vom  Körper aufgenommen wird. 

Was macht Vitamin D aus dem Volksmund? 

Den meisten ist geläufig, dass Vitamin D die Stimmung aufhellt, das Immunsystem  unterstützt oder für feste Knochen sorgt. Doch was macht Vitamin D noch im Körper  oder war es das schon? Dazu kommt mehr weiter unten.

Wie und wann produzieren wir Vitamin D? 

Die Vitamin D Synthese wird durch den Kontakt mit der UVB-Strahlung des Sonnenlichts  ausgelöst. Das Molekül (7-Dehydrocholesterol) welches am höchsten in er Haut  konzentriert ist und im Cholesterinstowwechsel entsteht, darüber sprechen wir ein  andermal, dient als Vorstufe des Vitamin D und wird durch den Kontakt mit benannten  Strahlen in Previtamin D3 umgewandelt. Im Gewebe wird dieses Previtamin, dann in  Vitamin D₃ (Cholecalciferol) über Stunden und sogar Tage umgewandelt. Dies ist jenes  Vitamin D3, welches wir in unserer Apotheke des Vertrtauens kaufen können, um es zu  suplementieren. In der Leber wird es enzymatisch zu 25-Hydroxyvitamin D  (25(OH)D) umgewandelt und weiter in den Nieren zu der biologisch aktiven Form 1,25- Dihydroxyvitamin D (Calcitriol) der biologisch aktiven Form, die dann im Körper zur  Wirkung kommt. 

Wann produzieren wir jetzt Vitamin D? 

Ja richtig, wenn wir uns in die Sonne legen. Dabei sollten wir so viele Kleidungsteile wie  möglich ausziehen, keine Sonnencreme auftragen, da diese UVB-Strahlung blockt und  in unseren Breitengraden das richtige Timing haben, denn zur Mittagszeit steht die  Sonne am höchsten (ca. >42 Grad). Und auch nur dann zwischen April und September  produzieren wir ausreichend Vitamin D, sofern wir uns genügend Sonnenbäder gönnen.  Im Zeitraum von Oktober bis März produzieren wir kaum welches. 

Wie nehmen wir Vitamin D durch die Nahrung auf und wo ist es enthalten? 

Durch das Verzehren von z.B. fettreichen Fisch, aber auch andere tierische Produkte wie  Fleisch und Milchprodukte, vorausgesetzt die Tiere waren zu Lebzeiten der Sonne ausgesetzt. Am Beispiel von Wildlachs, dieser enthält ca. 640 IE/100 g. Sprich ohne  Sonnenexposition müssten wir jeden Tag 125g Fisch essen, um allein auf den  empfohlenen Grundbedarf zu kommen. Zuchtlachs hat nach Vergleichsstudien deutlich  weniger Vitamin D. (https://www.mdpi.com/2072-6643/11/5/982


In manchen Ländern wie der USA oder Skandinavischen Ländern wird Vitamin D bereits  den Lebensmittel beigefügt. Auch in der Tiernahrung ist es oftmals drin. Wer das liest  und Hundebesitzer ist und selber kein Vitamin D nimmt und wahrscheinlich im Mangel  ist, dessen Hund ist wahrscheinlich besser dran als sein Herrchen. 

Warum haben wir fast alle einen Mangel an Vitamin D? 

Weil wir zur Mittagszeit meistens auf Arbeit zwischen den vier Wänden hocken, nach  Feierabend es zuhause oftmals fortführen und an freien Tagen, wenn wir uns mal an den  Strand am See in die Sonne legen, Sonnenschutzfaktor 50 auftragen. Wenn wir uns nicht mehr der Sonne aussetzen und nicht jeden Tag Fisch oder Fleisch  essen wollen, wie füllen wir dann unser Vitamin D auf? Solarium ist eine Option und die Vitamin D Supplementierung.


Über den Autor



Cyrill Rasmussen


Physiotherapeut und Geschäftsführer der Die Zwei Physiotherapie in Berlin Wilmersdorf



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Quellen: 

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  • Holick MF, Binkley NC, Bischoff-Ferrari HA, et al. Evaluation, Treatment, and  Prevention of Vitamin D Deficiency: An Endocrine Society Clinical Practice  Guideline. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. 2011;96(7):1911– 1930. doi:10.1210/jc.2011-0385. 

  • Rabenberg M, Mensink GBM. Vitamin-D-Status in Deutschland. Journal of Health  Monitoring. 2016;1(2):36–42. 

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  • Domarus Cv, Brown J, Barvencik F, Amling M, Pogoda P. How much vitamin D do  we need for skeletal health?Clinical Orthopaedics and Related Research.  2011;469(11):3127–3133. doi:10.1007/s11999-011-2006-2 

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  • Bolland MJ, et al. Vitamin D supplementation and musculoskeletal health: a  systematic review and meta-analysis.Lancet Diabetes Endocrinol.  2018;6(11):847–858. doi:10.1016/S2213-8587(18)30265-1 

  • LeBoff MS, et al. Supplemental Vitamin D and Incident Fractures in Midlife and  Older Adults. N Engl J Med. 2022;387:299–309. doi:10.1056/NEJMoa2202106 

 
 
 

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